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 Motiv: ©dusanpetkovic1  - stock.adobe.com

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30.09.2019

Arbeitsmarkt im Bannkreis der schwachen Konjunktur


Im September ist die Arbeitslosigkeit an der Saar weiter gesunken. Das entspricht dem saisonüblichen Verlauf. Allerdings fällt der Rückgang der Arbeitslosigkeit hierzulande wie auch im Bund nicht besonders kräftig aus. Perspektivisch steigt durch den konjunkturellen Abwärtstrend der Druck auf den Arbeitsmarkt. Das gilt besonders für das Saarland, wie der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt. Dieser erfolgte inzwischen zum fünften Mal in Folge.

Aktuell sind an der Saar 33.343 Menschen arbeitslos. Das sind 611 Personen weniger als im August, aber 2.098 Arbeitslose mehr als im September 2018. Die Arbeitslosenquote verringerte sich am aktuellen Rand von 6,4 auf 6,2 Prozent, im September 2018 betrug sie aber nur 5,9 Prozent. Im Bund sank die Quote ebenfalls: von 5,1 auf 4,9 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch fünf Prozent. Die relative Schwäche des Saar-Arbeitsmarktes offenbart sich auch im Ranking der Bundesländer. Hier gab es aktuell zwar keine Veränderung, allerdings weisen nur noch fünf Länder eine höhere Arbeitslosenquote auf als das Saarland. Ein Blick auf den Spitzenreiter Bayern mit seiner Quote von 2,8 Prozent beweist dabei, wie weit das Saarland inzwischen zurückgefallen ist. Schlusslicht im aktuellen Ländervergleich bleibt weiterhin Bremen mit nunmehr zehn Prozent.

In einzelnen Teilsegmenten des Arbeitsmarktes verlief die Entwicklung teilweise erneut uneinheitlich. Bei der Jugendarbeitslosigkeit fand im September quasi eine Umkehrung zum Vormonat statt. An der Saar ist die Jugendarbeitslosigkeit gestiegen, im Bund hingegen gesunken. Hierzulande stieg die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen von 5,6 auf 5,9 Prozent. Im Bund fiel sie von 5,2 auf 4,7 Prozent. Bei der Arbeitslosigkeit älterer Menschen erfolgte die Entwicklung dagegen im Gleichschritt. Deutschlandweit wie auch im Saarland sank die Quote der 55 bis unter 65-Jährigen leicht. Im Bund von 5,3 auf 5,2 Prozent und im Saarland von 5,7 auf 5,6 Prozent. Bei der Bekämpfung der Ausländerarbeitslosigkeit zeigten sich im September wieder Fortschritte. Bundesweit allerdings etwas stärker als im Saarland. Die Quote arbeitsloser Ausländer reduzierte sich im Bund von 12,4 auf zwölf Prozent. An der Saar von 18,8 auf 18,6 Prozent. Insgesamt gesehen hinkt das Saarland dem Bund in allen drei Teilsegmenten des Arbeitsmarktes weiterhin mehr oder weniger deutlich hinterher.

Das Beschäftigungsniveau ist im Juli (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) bundesweit wie auch an der Saar gesunken. Dabei war die Entwicklung hierzulande erneut ungünstiger als in Deutschland insgesamt. Das gilt sowohl für den aktuellen Rand, wo das Saarland mit minus 0,4 Prozent den größten Rückgang unter allen Bundesländern zu verzeichnen hatte, wie auch im Vorjahresvergleich - also gegenüber Juli 2018. Daran gemessen ist die Beschäftigungsentwicklung an der Saar vollkommen zum Stillstand gekommen. Im Bund hingegen sind immerhin noch 1,6 Prozent Wachstum feststellbar. Im Länderranking liegt das Saarland im Vorjahresvergleich weiterhin auf dem drittletzten Platz (auf den letzten Plätzen liegen Sachsen-Anhalt und Thüringen). Die Bremsspuren durch die konjunkturelle Schwäche sind inzwischen auch bei der Beschäftigungsentwicklung unverkennbar und dürften sich in den nächsten Monaten verstärken.

„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im September folgt dem üblichen saisonalen Muster. Doch das sollte nicht über die tatsächliche Lage auf dem Arbeitsmarkt hinwegtäuschen. Denn erstens fällt der Rückgang deutlich schwächer aus als in der Vergangenheit. Zum zweiten ist die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen gesunken. Und schließlich ist die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich bereits zum fünften Mal in Folge gestiegen. Das zeigt, dass die schwache Konjunktur inzwischen auch auf dem Arbeitsmarkt angekommen ist.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen die heute (30. September) von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vorgelegten Arbeitsmarktzahlen.


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