Offizielle Internetpräsentation der IHK Saarland



 Motiv: ©John Smith - Fotolia.com

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24.04.2018

Saarwirtschaft: Mit Schwung ins Sommerhalbjahr

Geschäftsaussichten wieder freundlicher


Nach einem leichten Dämpfer im März hat sich das Stimmungsbild der Saarwirtschaft im April wieder aufgehellt. Das signalisieren die Angaben der Unternehmen zu ihrer aktuellen Geschäftslage und den Aussichten für die kommenden sechs Monate. Der IHK-Lageindikator verharrte zwar mit 52,2 Punkten knapp unter seinem bisherigen Rekordwert aus dem Februar dieses Jahres. Aber dafür haben sich im Gegensatz zu Gesamtdeutschland die konjunkturellen Aussichten im Saarland für die kommenden sechs Monate deutlich verbessert. Der IHK-Erwartungsindikator kletterte hier um 2,7 Punkte auf nunmehr 8,9 Zähler und erreichte damit den höchsten Wert seit September 2017. Dieser Anstieg korrespondiert mit einem zuletzt nochmals deutlich angestiegenen Auftragsvolumen in der Saarindustrie, das am aktuellen Rand 13,6 Prozent über seinem Vorjahresniveau liegt (Bund: 7,9 Prozent). „Das heißt: Die Saarwirtschaft bleibt auch im Sommerhalbjahr auf Wachstumskurs. Die Impulse dazu kommen vor allem vom Export und der guten Investitionskonjunktur in Deutschland. Allerdings sind mit dem anziehenden Ölpreis, schwelenden Handelskonflikten und steigenden Zinsen in den USA auch die Risiken für den weiteren Konjunkturverlauf gestiegen. Unter dem Strich bleiben wir deshalb bei unserer Prognose von rund 1,5 Prozent Saarwachstum in diesem Jahr.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen die Ergebnisse der April-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit gut 120.000 Beschäftigten beteiligten.

Insgesamt bewerten derzeit 58 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 36 Prozent mit befriedigend und nur sechs Prozent mit schlecht. Weiterhin mit viel Schwung laufen die Geschäfte vor allem im Fahrzeugbau, in der Keramikindustrie, im Stahlbau sowie in der Medizin- und Automatisierungstechnik. Etwas verhaltener, aber dennoch gut, ist die Lage bei den Herstellern und Bearbeitern von Metallwaren, im Maschinenbau sowie in der Stahlindustrie. Durchaus zufriedenstellend ist die Situation in der Elektroindustrie, in der Gummi- und Kunststoffindustrie, im Ernährungsgewerbe und in der Bauwirtschaft.
Im Dienstleistungssektor berichten rund 92 Prozent der befragten Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte. Nach wie vor sehr gut läuft es bei den Versicherungen, im Transportgewerbe und in der IT-Branche, die von der digitalen Transformation, zunehmenden Investitionen in IT-Sicherheit und einem steigenden Beratungsbedarf profitiert. In der Hotellerie und Gastronomie, im Handel und in der Kreditwirtschaft ist die Lage überwiegend befriedigend.

Wachstumslücke wird kleiner

Die Unternehmen der Saarwirtschaft sind für die kommenden sechs Monate weiterhin zuversichtlich. Zwölf Prozent der Betriebe rechnen mit besseren, 85 Prozent mit gleichbleibenden und nur drei Prozent mit schlechteren Geschäften. Mehr Besser- als Schlechtermeldungen kommen vor allem aus der Medizin- und Automatisierungstechnik, der Stahlindustrie, der Gummi- und Kunststoffindustrie sowie von unternehmensnahen Dienstleistern. „Trotz der schwelenden Handelskonflikte läuft die Weltwirtschaft weiterhin auf Hochtouren. Davon profitiert nicht zuletzt unsere stark exportorientierte Saarindustrie. Das bestärkt uns in der Ansicht, dass die Saarwirtschaft die Wachstumslücke zum Bund in diesem Jahr ein stückweit verkleinern kann“, so Klingen.

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